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Testbericht VW Polo

VW Polo: Rund vier Meter lang, 60 PS stark - der Einsteiger

Rund vier Meter lang, 60 PS stark, einigermaßen genügsam an der Tankstelle: Vielen Menschen reicht so viel Auto. Aber die Auswahl ist nicht mehr so üppig. Selbst die Kompaktklasse wächst und wächst. Und die Motoren werden im Allgemeinen zwar immer kleiner, was den Hubraum angeht, aber sparen in aller Regel nicht an PS. Was also fährt der Mensch, der freiwillig oder gezwungenermaßen bescheiden bleibt? VW Polo ist eine oft gegebene Antwort. Und zwar in der Variante, wie sie jetzt zu Testfahrten zur Verfügung stand: Ein Modell der fünften Generation mit einem kleinen Dreizylindermotor.

Kein Direkteinspritzer, kein Turbolader - 1,2 Liter konventionell befeuerter Hubraum liefern 44 Kilowatt Leistung. Damit - und mit seiner Länge von 3,97 Metern - ist der neue Polo nicht weit von der Startposition des Golfs im Jahr 1974 entfernt. der maß damals 3,70 Meter und verfügte zum Einstieg über einen 1,1-Liter Motor mit 37 Kilowatt. Der Golf ist seitdem um einen halben Meter gewachsen. Und schon der Polo ist beachtlich groß. Vorne einigermaßen komfortabel, auf der Rückbank etwas beschränkt, im Kofferraum noch mit mindestens 280 Litern Fassungsvermögen. Das reicht - auch weil die Rückbank umklappbar ist - für den großen Einkauf, für den Transport der Kinder zur Schule und zum Sport, für den Ausflug mit der Familie. Und für die tägliche Fahrt ins Büro allemal.

Die Ausstattung (Trendline) ist ordentlich, aber nicht hochklassig. Dünne, stoffbespannte Sitze sparen Platz und sind trotzdem bequem. Die Instrumentierung ist logisch und VW-typisch. Die Materialien sind nicht aus der Luxus-Kiste, aber ordentlich verarbeitet und klapperfrei. Auf überflüssigen Schnickschnack hat VW in diesem Polo verzichtet: Statt der Fernbedienung öffnet ein Schlüssel die Zentralverriegelung, die Außenspiegel werden manuell, aber von innen verstellt. Kein Problem für den Polo-Fahrer, der sein Auto nie hergibt. Lästig für das Paar, das sich den Wagen teilt. Eine recht simple Stereoanlage steckt im Testwagen (475 Euro extra). Weitere Extras: Die viertürige Ausführung (+ 735 Euro), das Kopfairbagsystem (+ 465 Euro), die Metallic-Lackierung (+ 425 Euro). Und die „Raucherausführung“, die einen Zigarettenanzünder statt der Steckdose liefert (für 20 Euro). Macht summa summarum 14 270 Euro, gut 2000 Euro über dem Listenpreis.

Auf der Straße überzeugt der Kleine mit weitgehend unauffälligem, neutralen Fahrverhalten. Dezent untersteuernd rollt er durch Kurven, ein leises Wanken kann er sich nicht verkneifen. Aber mit dem Dreizylinder wird der Polo-Besitzer ohnehin nicht zu sportlicher Fahrt animiert. 60 PS und ein Drehmoment, das gerade die 100 Newtonmeter-Marke knackt sind auch für ein nicht mal 1,1 Tonnen schweres Fahrzeug nicht sonderlich viel. Das ist Konzept und gewollt. Nicht gewollt vermutlich dagegen der Sound: im unteren Drehzahlbereich etwas dröhnig und oben heraus lauter als es sein müsste. Dafür gönnt sich der VW Polo laut Liste 5,5 Liter Super auf 100 Kilometern. Das macht ihn nicht zum Säufer - aber zum Sparwunder eben auch nicht.

VW Polo 1,2l 44kW Trendline, Hubraum ccm: 1198, Zylinder: 3, Leistung kW/PS: 44/60, Drehmom. Nm: 108, Tempo km/h: 157, Beschleun. 0-100: 16,1, Kraftstoff: Super, Verbrauch l/100 km: 5,5, CO2 g/km: 128, Schadstoffklasse: Euro 5, Kofferraum l: 280-952, Vers. HP/VK/TK: 16/N14/N15, Preis Euro: 12 150/14 270, Motor: Der konventionelle Dreizylinder ist sicher ausreichend für die Stadt, bringt aber kaum Spaß auf Autobahn und Landstraße. Fahrverhalten: Neutral, unauffällig und sicher. Das Fahrwerk würde viel mehr PS vertragen. Ausstattung: Konzentriert auf das Wesentliche, ohne zu schlicht zu werden.

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