VW Golf GTD: Sportlich - und bescheiden
Der Golf GTD ist die spritsparende Alternative zum GTI.
Sportlich fahren, aber sparsam. Durch die Landschaft "dieseln", aber mit Volldampf. Für diese Idee steht in der VW-Golf-Reihe seit fast schon 30 Jahren das Kürzel GTD. Seit dem Sommer 2009 gibt es den Dampf-Diesel oder den Spar-Sportler, wie man will, auch zur sechsten Golf-Generation.
Im Fahrtest machte der Wolfsburger richtig Spaß. Flott auf der Landstraße, rasend auf der Autobahn, gelassen und lässig beim Pendeln durch den Berufsverkehr, bescheiden an der Tankstelle. Und den gar nicht bescheidenen Kaufpreis haben wir ja nur auf dem Datenblatt gefunden.
Auf 125 Kilowatt Leistung (170 PS) und ein Drehmoment von 350 Newtonmetern bringen es die vier Zylinder mit ihren knapp zwei Litern Hubraum. Und mal ganz ehrlich: Es fühlt sich noch stärker an. Aus dem Stand tritt der GTD an wie ein Großer und presst Fahrer und Passagiere in die straffen Polster. 8,1 Sekunden braucht der Diesel-Bruder des GTI für die Beschleunigung auf 100 km/h. Stark - aber dann doch ein bisschen zurückhaltender als der Turbo-Benziner. Aber bei 100 km/h ist die Beschleunigung noch lange nicht zu Ende - ohne große Schwächeperioden geht es weiter Richtung 220 km/h - wenn die Autobahn mal ausnahmsweise frei genug ist.
Straff liegt der Golf auf dem Asphalt; die Rückmeldung über Fahrwerk und Lenkung ist klar und deutlich; der Golf bleibt in jeder Phase leicht beherrschbar.
Und sein Klang macht fast genauso viel Spaß wie die Leistung: Satt und sonor klingt das Triebwerk, da haben die Sound-Designer einen guten Job gemacht. Nichts erinnert mehr an die rumpelnden und einfach nur lauten Geräusche, die die alten Pumpe-Düse-Triebwerke abgeliefert haben.
Doch der Power-Selbstzünder kann auch ganz anders. Zum Beispiel im morgendlichen Berufsverkehr. Da schwimmt er lässig und leise mit, nutzt mal schnell und souverän eine sich auftuende Lücke, um ein paar Plätze gutzumachen. Und gleitet weiter durch den wuseligen Asphaltdschungel der noch dunklen Stadt.
Dann zeigt er auch, dass leistungswillig nicht dauerdurstig heißen muss. Auf den ersten 700 Kilometern seiner Testfahrt zeigte der (erstaunlich präzise) Bordcomputer einen Verbrauch von rund 5,5 Litern auf 100 Kilometern an. Dann hätte er eine Reichweite von rund 1000 Kilometern mit seinem 55-Liter-Tank. Doch das korrigierten dann die nächsten Autobahn-Etappen, die den Durst deutlich - aber nicht über Gebühr - anregten. Nach der Hetzerei landete der GTD dann knapp unter sieben Litern.
Und seine Schwächen? Auch die sind am leichtesten im Portemonnaie auszumachen: Für das feine Gefährt lässt sich VW echte Premiumpreise bezahlen. Knapp 30 000 Euro kostet der GTD mit der nahezu perfekten DSG-Automatik. Schon mehr als der GTI. Und mit ein paar sehr angenehmen Extras lässt sich die Summe dann noch einmal um annähernd 10 000 Euro in die Höhe treiben. Mit dem GTD hat eben auch das Sparen seinen Preis.
VW Golf GTD DSG, Hubraum ccm: 1968, Zylinder: 4, Leistung kW/PS: 125/170, Drehmom. Nm: 350, Tempo km/h: 220, Beschleun. 0-100: 8,1, Kraftstoff: Diesel, Verbrauch l/100 km: 5,6, CO2 g/km: 147, Schadstoffklasse: Euro 5, Kofferraum l: 350-1305, Vers. HP/VK/TK: 19/N23/N24, Preis Euro: 29 350, Motor: harmonisch, kraft- und klangvoll ist der Vierzylinder - und dabei wirtschaftlich und ökologisch sehr bescheiden. Empfehlenswert: Die Verbindung mit dem überzeugenden Doppelkupplungsgetriebe. Fahrverhalten: Der GTD ist straff genug abgestimmt, um die sportlichen Motorleistungen auch angemessen auf die Straße zu bringen. Dafür zahlt er nicht einmal mit echtem Komfortverzicht.