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Testbericht VW up

Der neue Kleinwagen Up ist gerüstet für den Verkehr in den Metropolen

Deutsche Automobilhersteller können nicht klein. Und schon gar nicht preiswert. Diese Einschätzung hält sich hartnäckig. VW unternimmt einen neuen Vorstoß, die These als bloßes Vorurteil zurückzuweisen. Der Up, den VW mit Rufzeichen schreibt, tritt die späte Nachfolge des Lupo an, bietet vier Personen überraschend viel Platz, muss selten an die Zapfsäule – und seine Preisliste beginnt unter 10. 000 Euro.

VW up
Der neue VW UP

Ganze 3,54 Meter ist der Kleine groß. 76 Zentimeter kürzer als der Golf. Aber sein Radstand ist mit 2,42 Metern nur 16 Zentimeter kürzer als beim Vorreiter der Kompaktklasse. Damit ist sein größtes Geheimnis enttarnt. Der lange Radstand sorgt für überraschend angenehme Platzverhältnisse. In der ersten Reihe geht es großzügig zu. In der zweiten Reihe ist es naturgemäß enger, auch das Besteigen dürfte dem normal gewachsenen Erwachsenen wenig Freude bereiten. Aber zumutbar ist die Fahrt auch dort allemal. Und Kinder dürften kaum etwas zu meckern haben. Mit der freundlich lächelnden
Front, den schrägen Seitenfenstern und den großen Glasflächen zeigt der Up ein freundliches Gesicht.
Das bewahrt er innen in der Basisausstattung nicht ganz. Erst in den teureren Versionen zeigt er auch dort mehr Farbe, Chrom und Extras. In Sachen Sicherheit lässt er sich nichts nachsagen: ESP, Airbags vorne und an der Seite, sogar eine Notbremsfunktion für die Stadt finden sich serienmäßig. In Sachen Komfort lässt er sich allerdings alles extra bezahlen Wer sinnvolle Einrichtungen wie Klimaanlage, Zentralverriegelung, aber auch nur eine teilbar umklappbare Rücksitzlehne oder ein Handschuhfach mit Klappe haben will, muss zu einer der höheren Varianten greifen. Dann ist es nichts mehr mit Preisen unter 10. 000 Euro.

Stand 24.10.2011

Unter der Haube steckt nichts sensationell Neues. Aber sehr solide und vernünftige Technik. VW bietet zunächst einen 1,0-Liter-Dreizylinder in zwei Leistungsstufen an: 60 oder 75 PS. Das Drehmoment ist bei beiden gleich (95 Newtonmeter). Für das kleine Auto reicht der genügsame Motor allemal, um in der Stadt locker mitzuschwimmen. Verbräuche von unter fünf Litern sind ihm wichtiger als Beschleunigungswerte. In der römischen Rushhour wollte VW dem Premierenpublikum die Stadttauglichkeit des Kleinen beweisen. Was einerseits glänzend gelang: Der Up ist klein, wendig, gut überschaubar, nützt kürzeste Parklücken, lässt sich leicht rangieren.
Andererseits zeigte der Ausflug durch die Ewige Stadt, dass auch noch so kleine und clevere Autos nicht die Lösung der Verkehrsprobleme moderner Metropolen sind. Zäh wie erkaltende Lava fließt der Verkehr durch die engen Straßen, Zigtausende von Autofahrern sind froh, wenn sie Fußgängergeschwindigkeit erreichen. Während die Stadt langsam unter der Blechlawine erstickt, klettert in dem Wahnsinn die Verbrauchsanzeige des Up auf über elf Liter. Aber auch da bessert VW nach: 2012 folgen eine Bluemotion-Variante mit Start-Stopp-Automatik und ein Erdgas-Modell, 2013 soll sich ein rein elektrisches Modell anschließen.

VW up 44 kW 55 kW
Hubraum ccm / Zylinder 999/3 999/3
Leistung kW / PS 44/60 55/75
Drehm. NM bei U/min 95/3000 95/3000
Höchstgeschw. km/h 160 170
Beschl. 100km/h in Sek. Ø 17,5 15,5
Verbrauch l/100 km Ø 4,5 4,7
Co² g/km 105 108
Kraftstoff Super 95 Super 95
Kofferraumvolumen l 251-951 251-951
Schadstoffklasse Euro 5 Euro 5
Versicherungen k.A. k.A.
Preis € 9.850 10.450