Außen Alltagsauto, innen Hightech: Im Toyota Auris ist die Hybridtechnik auf dem Massenmarkt angekommen.
Viele reden nur drüber. Oder präsentieren Autos, die nicht viel mehr als Studien sind. Bei Toyota ticken die Uhren anders:
Seit Jahren ist Hybrid-Technik für die Japaner Alltag. Nach dem Ur-Hybrid Prius, der mit seinem Design den Käufern ein bisschen Wagemut abverlangt, und den Lexus-Modellen, die vor allem den Geldbeutel der Kunden fordern, haben sie inzwischen auch das Massenmobil Auris mit der Kraft der zwei Herzen ausgestattet. Bezahlbare Hybridtechnik in der Kompaktklasse: Bei Testfahrten nicht nur im Münsterland bewies der Auris Hybrid große Alltagstauglichkeit. Und zeigte ein paar kleinere Schwächen.
Zur Hülle muss man nicht viel sagen: Corolla-Nachfolger Auris hat seine Familientauglichkeit zigtausendfach bewiesen. Und für die neue Antriebstechnologie musste so viel nicht geändert werden. Andere, logische Instrumente für den Fahrer, 40 Liter weniger Kofferraum wegen der Batterien: Das war’s eigentlich schon. Kann man beides verschmerzen, auch wenn dem Kofferraum nun eine ebene Fläche fehlt. Und der Antrieb? Im Auris HSD, wie er offiziell heißt, arbeitet ein 1,8-Liter-Benziner, der es auf 99 PS und 142 Newtonmeter bringt, mit einem Elektromotor zusammen,der 80 PS und 207 Newtonmeter erreicht. Mit seiner Systemleistung von 136 PS ist der HSD etwas stärker als der Zwei-Liter-Diesel. Und auch in etwa so teuer – was freilich an interner Subventionierung liegen dürfte.
Muss den Käufer aber nicht kümmern: Er bekommt das Hightech-Auto schon für 22.950 Euro. Und fährt (fast) wie gewohnt.
Manchmal ungewohnt still – wenn bis etwa Tempo 40,45 für ein paar Hundert Meter auch der Elektromotor allein auskommt. Manchmal ungewohnt laut, wenn die Automatik bei voller Beschleunigung den Benzinmotor in die obersten Drehzahlbereiche schickt. Und immer dann ungewohnt sparsam, wenn es ein Benziner gerade nicht wäre: Im Stadtverkehr nämlich. Wenn weder volle Sprints noch hohe Dauergeschwindigkeiten gefragt sind, zeigt der Bordcomputer manchmal wirklich Verbräuche von fünf Litern oder gar darunter an.Auf der Autobahn freilich fällt das Hybridsystem vornehmlich als Zusatzgewicht auf. Dann gönnt sich der Auris deutlich über sechs Liter und stellt kaum eine Konkurrenz für einen modernen Diesel dar. Aber das ist systemtypisch: Wer nie bremst, lädt auch keine Batterien auf. Wer dagegen alle paar Meter halten muss, ist mit dem Toyota glänzend bedient.
| Toyota Auris Hybrid Executive | Verbrennungsmotor / Daten |
|---|---|
| Hubraum ccm | 1798 |
| Zylinder | 4 |
| Leistung kW/ PS | 73/99 |
| Drehmom.Nm. | 142 |
| --- | Elektromotor / Daten |
| Leistung kW/ PS | 60/80 |
| Drehmom.Nm. | 207 |
| Systemleistung | 100/136 |
| Tempo km/h | 180 |
| Beschleun. 0-100 | 11,4 |
| Kraftstoff | Super 95 |
| Verbrauch l/100km | 4,0 |
| Co2 g/km | 93 |
| Schadstoffkl. | Euro 5 |
| Kofferraum l | 310-1290 |
| Vers. HP/VK/TK | 16/N19/N17 |
| Preis € | 24.950 |
Stand 16.04.2011