Der Verdacht, dass irgendwann die Autos die Regie übernehmen, besteht ja schon lange. Besonders die ausgefeilten Assistenzsysteme der Luxusmodelle vermitteln den Eindruck,dass sie eigentlich auch ohne Fahrer ihr Ziel erreichen könnten. Der Kleinwagen Nissan Micra bringt seinem Fahrer dagegen eine besondere Art der Wertschätzung entgegen. Er kommuniziert mit den Menschen,die hinter seinem Lenkrad Platz nehmen. „Hallo“ steht in roter Schrift auf schwarzem Display, sobald der Schlüssel im Zündschloss gedreht wird. Und „Auf Wiedersehen“ ist zu lesen, wenn der Motor abgestellt wird.
Ein höfliches und freundliches Auto, dieser Micra. Freundlich ist auch in guter alter Tradition das äußere Erscheinungsbild der mittlerweile vierten Generation des Kleinwagens. Gegenüber der Vorgängergeneration ist es zwar etwas dezenter ausgefallen, aber der Kühlergrill und die großen Frontscheinwerfer sorgen immer noch für eine fröhliche Anmutung. Dank großer Glasflächen hat der Fahrer eine gute Rundumsicht, die im angestammten Revier des Micra, der Stadt, besonders wichtig ist. So hat Nissan seinen Dauerbrenner-Kleinwagen auch folgerichtig in die Kategorie der „City Cars“ einsortiert.
In Straßenschluchten, Parkhäusern und zugeparkten Wohnsiedlungen fühlt er sich wohl. Dort findet er allen Unkenrufen zum Trotz irgendwo immer noch eine Lücke, in die er präzise hineinmanövriert werden kann. 3,78 Meter Länge bzw. Kürze spielen dort ihren Vorteil aus. Sollte sich der Fahrer einmal doch nicht sicher sein, ob die Lücke groß genug ist, hilft per Knopfdruck die Einparkhilfe PSM (Park Slot Measurement). Die scannt die in Frage kommende Lücke im Vorbeifahren und gibt Empfehlungen, ob es passt oder nicht. Bietet der Freiraum der Lücke weniger als 60 Zentimeter Platz wird freundlich abgeraten. Diese technische Hilfe gibt es optional in der mittleren Ausstattungslinie Acenta gegen 500 Euro Aufpreis und serienmäßig in der Top-Linie Tekna.
Das heißt aber nicht, dass es deshalb im Innenraum eng zugehen muss. Dank eines gegenüber dem Vorgängermodell leicht veränderten Radstandes gibt es mehr Platz für die Insassen.Fahrer und Beifahrer haben vorne ausreichend Raum,hinten wird es naturgemäß etwas enger. Bis zu fünf Personen können insgesamt Platz nehmen, und da der Micra ausnahmslos mit fünf Türen produziert wird, können die Mitfahrer die hinteren Plätze auch bequem erreichen. In der Regel werden die hinteren Türen aber wohl eher dazu genutzt, die Tüten und Taschen mit den Einkäufen zu verstauen.
Der Testwagen war mit einem 1,2-Liter-Benzin-Motor ausgestattet, dessen Geräuschkulisse beim Beschleunigen allerdings nicht mehr als „freundlich“ bezeichnet werden darf. Da dringt schon einiges an Lautstärke auf die Insassen ein.
| Nissan Micra | 1.2 |
| Hubraum ccm / Zylinder | 1198/3 |
| Leistung kW / PS | 59/80 |
| Drehm. NM | 110 |
| Höchstgeschw. km/h | 170 |
| Beschl. 100km/h in Sek. Ø | 13,7 |
| Verbrauch l / 100 km Ø | 5,0 |
| Co² g/km | 115 |
| Kraftstoff | Super |
| Kofferraumvolumen in l | 265-1132 |
| Schadstoffklasse | Euro 5 |
| Vers. HP/VK/TK | 16/19/18 |
| Preis € | 10.740 |
Stand 21.01.2012
Stand 21.01.2012