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Testbericht Lancia Y

Lancia Y
Lancia Y

Lancia verpasst dem Ypsilon ein „maskulines Design“ und sorgt für einen markanten Auftritt.
Etwas bulliger und etwas kantiger als bisher zeigt sich die vierte Generation des Lancia Ypsilon.

So schnell ändern sich die Zeiten. 2003 bei der Vorstellung der dritten Generation des Lancia Ypsilon richteten sich alle Augen auf die Frauen. Der italienische Kleinwagen sollte die weibliche Käuferschaft locken.
Designer, Techniker, Marketingmenschen – alle hatten sie die Frauen im Blick. Und jetzt, acht Jahre später? Jetzt haben sie auch die Herren im Visier. Das Design des Kleinwagens sei maskuliner geraten als bisher, erklärte Pressesprecher Claus Witzeck das Anliegen des Lancia-Chefdesigners Marco Tencone. Schließlich wolle man auch männliche Käufer gewinnen. Aha. Kurz zusammengefasst: Lancia will sie alle.

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Seit dem Zusammenschluss mit Chrysler ist die Fiat-Tochter Lancia auf einmal wieder auf der automobilen Landkarte aufgetaucht. Mehrere neue Modelle sind in der Pipeline, aber noch nicht greif- und damit auch nicht verkaufbar. Da kommt die Markteinführung der vierten Ypsilon-Generation gerade zum richtigen Zeitpunkt.
Die Karosserie des Ypsilons ist nicht nur maskuliner und sechs Zentimeter länger geworden, der flotte Cityflitzer wartet jetzt auch standardmäßig mit fünf statt mit drei Türen auf. Durch eine geschickte Linienführung rund um Dach, Fenster und
Karosserie und einem versteckten hinteren Türgriff sieht der Ypsilon auf den ersten Blick noch wie ein dreitüriges Coupé aus. Die Passagiere,die hinten Platz nehmen, werden sich über den Komfort der Tür freuen. Dass der Fünftürer, auch wirklich fünf Personen befördert, wird allerdings wohl ziemlich selten vorkommen: Erwachsene fühlen sich auf den hinteren Rängen nicht ganz so wohl.

Der Lancia Ypsilon wartet mit einer ungewöhnlichen Vielfalt an Individualisierungsmöglichkeiten auf. 16 Außenfarben – darunter vier zweifarbige Lackierungen, vier verschiedene Felgen und sechs Innenausstattungen – machen Hunderte Kombinationen möglich. Ein großes Zubehörprogramm erlaubt darüber hinaus, die eigenen Wünsche zu verwirklichen. Meist beachtet auf der Liste der Sonderausstattungen dürfte wohl der Eintrag „Magic Parking“ werden. Für 610 Euro Aufpreis wird auf Knopfdruck eingeparkt. Nun ja, nicht ganz. Gas geben, bremsen und zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang wechseln muss der Fahrer schon noch selbst.
Aber das Lenken übernimmt die Elektronik des Fahrzeugs, das im Vorfeld bereits erkennt, ob die anvisierte Lücke groß genug ist für den 3,84 langen Ypsilon. Jeweils zusätzliche 40 Zentimeter am vorderen und hinteren Ende des Fahrzeugs sind das Minimum.

Das Thema Nummer eins, die Umwelt hat auch der Ypsilon im Blick. Drei der Motor-und Getriebevarianten bleiben bei den Emissionen unter 100 Gramm CO². Dabei helfen unter anderem eine Start-Stopp-Automatik und eine Schaltpunktanzeige.
Leicht ist der Kleine ohnehin – das Gewicht des Ypsilons hat Lancia mit Hilfe von viel Leichtmetall unter 1000 Kilogramm gehalten. Für Antrieb stehen zwei Benzinmotoren und ein Diesel zur Wahl. Einstiegsmodell ist der 1,2-Liter-Motor mit 69 PS, Volumenmotor wird nach Angaben von Lancia der 0,9 TwinAir Turbo mit zwei Zylindern werden.

Den 85 PS-Motor gibt es sowohl mit manuellem als auch mit automatischem Fünf-Gang-Getriebe. Leistungsstärkster Antrieb ist dann der 1,3 Multijet-Diesel mit 95 PS.

Stand 09.07.2011