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Testbericht Citroen C6 HDi 170

Citroen C6 HDi 170: Erinnerung an eine Göttin

Wer einmal groß vorlegt, muss sich später immer wieder an den Erfolgen messen lassen. Citroën erlebt das in der Oberklasse. Bis in die 70er Jahre hinein feierte die DS derart große Erfolge, dass sie für die Fans schnell zur „Déesse“, zur Göttin, wurde. Daran konnten die Franzosen später nicht mehr anknüpfen – mit den Luxuslimousinen hatte Citroën lange kein Glück. Inzwischen versucht es der C6. Der lädt zwar nicht zu so schönen Wortspielen, glänzt aber mit feinem Design, ein paar Erinnerungen an die DS und – als HDi 170 – mit viel automobiler Vernunft.

Im Fahrtest gefiel der große Franzose mit Komfort und Wirtschaftlichkeit. Auf knapp fünf Meter verteilt die elegante Limousine ihr Platzangebot. Und das ist im Fahrgastraum durchaus üppig. In weichen, aber gut geformten Sitzen finden Fahrer und Passagiere bequem Platz, der Blick schweift über eine gefällige Ausstattung mit einigen Echtholz-Details. Sanft, komfortabel und großzügig geht es zu im C6. Das freilich wird im Kofferraum jäh beendet: Der ist – auch wegen der geringen Höhe – nicht gerade üppig und fasst nur 420 Liter Gepäck. In dieser Fahrzeugklasse dürfte es gerne etwas mehr sein. Doch darüber trösten Antrieb und Fahrwerk schnell hinweg. Wem es nicht um Rekordjagden und Kurvenhatz im Wettstreit geht, der wird jeden Kilometer im C6 genießen.

Die sanfte Federung, die gute Geräuschdämmung und die große Laufruhe des 1,9 Tonnen schweren Fahrzeugs machen die Ausfahrt zum Wellness-Trip. Dabei ist der C6 HDi 170 quasi die Sparversion der Reihe: Unter der Haube arbeitet hier nur ein Vierzylinder. Auch die elektronische Federungsregelung ist eine Nummer einfacher als in den anderen Modellen der Baureihe. Den Fahrer muss es nicht weiter stören: Er vermisst nichts. Dass die Anpassung an die verschiedenen Fahrzustände weniger variabel ist als beim ganz großen C6 und dass die Servounterstützung für die Lenkung nur drehzahlabhängig gesteuert wird und nicht auch auf die Geschwindigkeit Rücksicht nimmt, schadet dem sanften Charakter keineswegs.

Dass der kleine Motor weniger Platz beansprucht als ein Sechszylinder und so den Verzicht auf die aktive Motorhaube erlaubt, wird der C6-Fahrer hoffentlich nie wirklich merken. Insgesamt allerdings senken diese Sparmaßnahmen den Einstiegspreis um über 5000 Euro. Das wird der Citroën-Käufer gerne spüren. Der C6 HDi 170 in der ordentlichen Pallas-Ausstattung kostet 44210 Euro – ein sehr wettbewerbsfähiger Preis in dieser Fahrzeugklasse. Und der Motor muss sich nicht verstecken – vier Zylinder hin oder her. 125 Kilowatt Leistung (170 PS) und 370 Newtonmeter Drehmoment sind nicht gerade ärmlich.

Und weil Citroën eine Reiselimousine und keinen Sportwagen auf die Straße schickt, wird der C6-Fahrer auch mit den 10,3 Sekunden für die Beschleunigung von null auf 100 km/h leben können. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 217 km/h erreicht – bei immer noch erträglicher Lautstärke. Ganz und gar nicht selbstverständlich in dieser Leistungs- und Gewichtsklasse sind die Verbrauchswerte. 8,7 Liter in der Stadt, 5,4 Liter auf der Landstraße, im kombinierten Verbrauch 6,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer: Das ist ein echtes Argument.

Im Testbetrieb wurden diese Werte nicht ganz erreicht – bei allerdings großem und flott gefahrenem Autobahnanteil. Der „teuerste und stärkste Citroën aller Zeiten“ – so ist der C6 2006 gestartet, kann es also auch billiger. Selbst dann bringt er alles mit, um seine Käufer zu überzeugen. Die ersten C6-Kunden im vergangenen Jahr jedenfalls waren nach internen Untersuchungen „die zufriedensten Kunden, die Citroën jemals hatte“.

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