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Testbericht BMW X6 Hybrid

BMW X6 Hybrid: Batterie-Modell

Ein Voll-Hybrid-Fahrzeug hat BMW jetzt vorgestellt. Das viersitzige SUV X6 verfügt über einen kombinierten Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor und kann über kurze Strecken rein elektrisch betrieben werden. Der Preis beträgt 102 900 Euro. Das ist ein Aufschlag von 26 800 Euro gegenüber dem Schwestermodell X6 5.0i mit dem gleichen V8-Benzinmotor.

Hierzulande erlebte das Auto im April 2010 seine Markteinführung. Mit einer von BMW angegebenen Gesamtleistung von 357 kW/485 PS ist es derzeit der weltweit stärkste Pkw mit Hybridantrieb. Äußerlich unterscheidet sich das Ottomotor-Elektroauto nur minimal vom bekannten X6. Da eine Steuereinheit für die Elektrotechnik oberhalb des Ventildeckels des V8 platziert wurde, baut die Antriebseinheit insgesamt höher, es musste eine neue Motorhaube mit einer „Power Dome“ genannten Ausbuchtung angefertigt werden.

Neben dem V8-Motor, der 300 kW/407 PS leistet, befinden sich zwei Elektromotoren an Bord, die im reinen E-Betrieb für 67 kW/91 PS bzw. für 63 kW/86 PS gut sind. Sie sind platzsparend am Mantel des Sieben-Gang-Automatikgetriebes untergebracht. Die beiden Einheiten können das Fahrzeug mit bis zu 60 km/h bewegen. Bei rein elektrischer Fahrt ist die Reichweite freilich gering. Nach etwa 2,5 Kilometern übernimmt der Verbrennungsmotor wieder, weil der Akku aufgeladen werden muss.

Der für BMW typische Kompromiss aus dynamischer Abstimmung und robustem Federungskomfort bleibt. Trotz der Mithilfe der drehmomentstarken Elektromotoren ist der spürbare Vortrieb allerdings nicht von der sportlichen Bissigkeit eines großvolumigen Turbodiesels. Energisch, aber nicht brachial schieben beide Achsen die schwere Fuhre auf Tempo. Dass die subjektive Kraftentfaltung trotz des summierten Drehmoments von 780 Newtonmetern das Niveau des mit gleichem Ottomotor ausgestatteten X6 5.0i verfehlt, dürfte seine Ursache vor allem in der deutlich erhöhten Masse des Hybriden haben. Mit über 2,5 Tonnen schleppt er rund 250 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Schwestermodell herum.

Die Gewissheit, umweltverträglicher unterwegs zu sein, bezahlt der Kunde mit einem Verzicht auf 100 Liter Kofferraumvolumen. Die Batterie ist in herkömmlicher Nickel-Metallhydrid-Technik ausgeführt. Der Namenszusatz „Hybrid“ wird auch beim X6 nicht dazu führen, sich einen Ruf als Sparwunder zu erwerben. 9,9 Liter Super je 100 Kilometer sind ein respektabler Prüfstandwert, doch auch die zurückhaltende Gleitfahrt unter US-amerikanischen Tempolimits ließ einen Praxisverbrauch unter 11,2 Litern nicht zu.