Eindrücke:
Neuer VW rückt noch dichter an den Ur-Käfer heran als sein Vorgänger.
Preislich startet das neue Modell bei 16 950 Euro, die Top-Version schlägt gar mit stolzen 27 100 Euro zu Buche.
Optimierungsfähig: Trotz zusätzlichem „Käferfach“ vermissen die Insassen ausreichend Ablagefächer.
Im Oktober steht in Deutschland die zweite Generation des VW Beetle bei den Händlern. Dieses Mal steckt in dem Beetle tatsächlich ein wenig Käfer: Auf Wunsch und gegen entsprechendes Kleingeld kommt der kompakte Krabbler mit dem entsprechenden Schriftzug am Heck daher. Überall. Da kann es schnell heißen: Käfer, Beetle, Vocho, Coccinelle, Fusca oder Maggiolino. Seine Herkunft sieht man dem „Beetle“ ohnehin auf den ersten Blick an. Bei der Silhouette haben die Designer offensichtlich und absichtlich beim Käfer abgeguckt und eine deutlich flachere Seitenlinie mit weniger Rundungen geschaffen als bei der ersten Neuauflage im Jahr 1998. In Kombination mit den kräftig ausgestellten Radhäusern, die aktuell mit bis zu 19 Zoll großen Rädern bestückt werden können, soll der Neue deutlich „maskuliner“ werden. Die Emanzipation des Frauenautos
quasi. Bislang ist der Beetle zumindest in Deutschland vergleichsweise erfolglos.
Einen 200-PS-Motor hätte sich der Ur-Käfer bei seinem Debüt im Jahr 1938 nie erträumen lassen. Doch genau das ist nun der Fall. Der aus dem Golf GTI bekannte 2,0- Liter-Turbomotor beschleunigt den Beetle Sport in 7,5 Sekunden aus dem Stand auf
Tempo 100. Schluss ist erst bei 223 km/h. Der leistungswillige Vierzylinder macht dem Beetle richtig Beine. Vor allem, wenn der Fahrer den Wählhebel des Sechsgang- DSG-Getriebes auf „S“ stellt und seinen rechten Fuß kräftig streckt. Im „D“-Modus gibt sich der Beetle ein wenig flügellahm und bleibt eher im Drehzahl-Keller. Dank der sehr direkten und präzisen Lenkung lässt sich der Beetle mit Genuss um jede Kurve manövrieren.
Dabei halten die äußerst bequemen Sportsitze mit ihren Seitenwangen und der langen Sitzfläche den Fahrer stets auf dem rechten Fleck.Elektronische Unterstützung gibt es beim Sport-Käfer im Grenzbereich von Seiten der elektronischen Differenzialsperre,die das Durchdrehen des kurveninneren Rades verhindert und die Traktion erhöht.
Im Innenraum soll vor allem das optionale, beim „Sport“ serienmäßige, Käferfach an den Urahn erinnern. Beim ersten Mal muss der Beifahrer allerdings erst ein bisschen fummeln, bis sich das nach oben öffnende Zusatzfach öffnen lässt und ein wenig zusätzlichen Stauraum freigibt. Generell mangelt es dem Kompaktklässler eher an Ablagen. So sind die Fächer in den Türen sehr schmal geraten und die Gummibänder, die die Landkarten und Zeitschriften auf ihrem Platz halten sollen, wirken unschön und dürften auf Dauer zum Ausleiern neigen. Die Mittelkonsole kann durch farbige Spielereien und die aus dem Käfer bekannten Zusatzinstrumente wie Ladedruck, Öltemperatur und Stoppuhr aufgepeppt werden. Das ist auch nötig, denn die darunter befindlichen Knöpfe und Drehregler sind sehr nüchtern.
Etwas störend ist zudem die vergleichsweise schlechte Sicht nach vorn und hinten, die von den sehr kleinen Außenspiegeln nochmals verstärkt wird. „Heute können wir alles besser“ – das glaubt Presse-Chef Peter Thul. In Sachen Leistung und Verbrauch mag er recht haben, und bei der Optik bleibt das eine Frage des Geschmacks.
Fazit:
Der Preis ist mit der Zeit gegangen, aus 4740 DM im Jahr 1960 sind jetzt 16 950 Euro für den kleinsten Motor
geworden.
Stand 23.07.2011