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Testbericht Audi A6

Audi A6
Audi A6

Die Konkurrenz schläft nicht. Schon gar nicht in diesem Segment zwischen Mittel- und Oberklasse. Mercedes hat vor anderthalb Jahren mit der E-Klasse vorgelegt, BMW mit dem Fünfer nachgezogen. Audi hat mit dem in die Jahre gekommenen A6 in die Röhre geschaut. Deutlich brachen die Ingolstädter Verkäufe zuletzt ein. Zeit nachzulegen. Mit dem neuen A6 heizt die VW-Marke seit März den Dreikampf in der Business-Klasse gehörig an. Mit bekannten Stärken: In elegantem,aber sehr zurückhaltendem Design präsentiert
Audi fortgeschrittene Technik und hohe Qualität zu happigen Preisen. Mit 4,92 Metern Länge gut einen Zentimeter kürzer, fast zwei Zentimeter breiter und in der Höhe mit 1,46 Meter nahezu unverändert gegenüber dem Vorgänger. An den Maßen hat Audi wenig getan.
Aber der Radstand ist um sieben Zentimeter länger geworden. Das tut dem Fahrverhalten gut, verschafft dem Innenraum mehr Platz, macht das Einsteigen aber nicht leichter, weil Fahrer und Beifahrer etwas unter Frontscheibe und Armaturenbrett rutschen müssen.

Doch noch bevor wirklich Kritik aufkommt, sitzt der Mensch schon in perfekt gestalteten Sitzen, blickt auf fein verarbeitetes, hochwertiges Material, freut sich über das „Wrap-around-Design“, das die Insassen quasi umschließt. Echter, feinster Audi-Luxus – fast wie im A8.
Gespart hat Audi am Gewicht. Nicht zuletzt der Aluminium-Anteil von über 20 Prozent sorgt dafür, dass der neue A6 je nach Version um bis zu 80 Kilogramm leichter ausfällt. Gespart wird auch anderswo – allein die neue elektromechanische Servolenkung mindert den Verbrauch um rund 0,2 Liter auf 100 Kilometer.

Die fünf Motoren – zwei Benziner und drei Diesel – tun das Ihre. Thermo-Management, Start-Stop-Systeme und Bremsenergie-Rekuperation sorgen dafür, dass der Verbrauch um bis zu 21 Prozent sinkt. Den Vogel schießt der „kleine“ Vier-Zylinder- Diesel mit seinen
zwei Litern Hubraumab: Der gibt sich – nach EU-Norm – mit 4,9 Litern Treibstoff auf 100 Kilometer zufrieden. Davon träumt so mancher Kompaktwagen-Besitzer. Audi-Eigner müssen dafür nicht einmal auf Fahrspaß verzichten. Schon die 130 kW (177 PS) des kleinen Motors bringen ausreichend Antrieb. Ganz so leise, wie die Ingenieure den Wagen anpriesen, war er mit diesem Muster-Aggregat freilich nicht mehr. Die große Stille bleibt den wuchtigen Sechs-Zylindern vorbehalten, die das Geschäfts-Mobil gleichwohl zum echten Sportler machen.

Assistenzsysteme stehen in breiter Auswahl parat – wollen aber zumeist separat bezahlt werden. Beispiele:

- LED-Scheinwerfer gibt es für 2750 Euro,
- die überzeugende MMI-Navigation plus für 3500 Euro,
- die Distanzregelung „adaptive cruise control“ für 1460 Euro,
- den Nachtsichtassistenten für 200 Euro,
- den Parkassistenten für 1170 Euro. Und, und, und.

Bei den Endpreisen hält Audi schließlich locker mit den Klassen-Konkurrenten aus München und Stuttgart mit.

Stand 12.02.2011